AdW-Kanuten beim Kanu-Marathon-Weltcup in Paris

Bendix Hennies gewinnt Bronze bei den Junioren – Lena Röhlings etabliert sich in der Weltspitze der Marathon-Kanutinnen.

Auf der Olympia-Regattastrecke für 2024 in Vaires-sur-Marne bei Paris fand am 19. Und 20. Juni nach einer Corona-bedingten Pause von fast zwei Jahren das erste internationale Großereignis des Kanumarathon-Rennsports statt. Mit dabei waren auch drei Sportler der Abteilung Wassersport des BSV AdW. Der Deutsche Kanuverband hatte Lena Röhlings, Bendix Hennies und Arne Kraus wegen ihrer Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften in Rheine und den Vorjahren für die Weltcup-Teilnahme nominiert. Zugleich sollten im Rahmen des Weltcups die deutschen Teilnehmer der Weltmeisterschaften ermittelt werden, die soweit es die Corona-Lage zulässt, im Oktober im rumänischen Pitesti ausgetragen werden sollen.

Zunächst standen am Samstag die Short-Distance-Rennen auf dem Programm, die über drei 1000m-Paddelrunden und zwei 200m Laufstrecken (Portagen) gingen. Bendix lag bei den Herren Junioren zunächst in der Spitzengruppe, hatte aber dann nach der ersten Portage, in Folge einer Unachtsamkeit beim schnellen Wiedereinsteigen in das superleichte Rennboot, das Pech einer Kenterung. Die nächste Runde musste er in dem halb voll gelaufenen Boot zurücklegen und fiel weit zurück. Durch eine starken Aufholleistung konnte sich Bendix aber wieder vorkämpfen und kam als Achter von 17 Teilnehmern in Ziel.

Das eigentliche Marathon-Rennen am Sonntag über die Distanz von 22,6 Kilometern und 5 Portagen verlief für ihn dann aber wesentlich besser. Im dem 33 Teilnehmer umfassenden Starterfeld konnte sich Bendix von Anfang an mit 4 anderen Sportlern in der Spitzengruppe behaupten und vom Feld absetzen. Nachdem zwei weitere Sportler zurückgefallen waren, fuhr die Spitzengruppe einen Vorsprung von mehr als einer Minute heraus. Bendix kam schließlich als Dritter ins Ziel und gewann die Bronzemedaille mit einer Zeit von 1:40:40 Stunden, 15 Sekunden nach dem Sieger, dem Dänen Carl Hinge und 6 Sekunden dem Zweiten, dem Spanier Daniel Estébanez Santiago. Als bester deutscher Teilnehmer qualifizierte sich Bendix damit direkt für die Weltmeisterschaften in Rumänien.

Für dasselbe Rennen hatte sich auch Arne Kraus Hoffnungen gemacht, hier nach einer langen, verletzungsbedingten Trainingspause international wieder mithalten zu können. Leider konnte er in Folge eines Schadens an den Steuerseilen seines Rennbootes seine Leistungsfähigkeit nicht vollständig unter Beweis stellen und kam in einem starken Feld auf den 29. Platz.

Auch Lena Röhlings hatte bei ihrem ersten Start bei der Damen-Leistungsklasse zunächst Pech. Sie wurde beim Start des Short-Distance-Rennens abgedrängt und verlor gleich am Anfang den Anschluss an die Spitzengruppe. Im Verlauf des nur rund 15minütigen Rennens konnte sich Lena im Mittelfeld etablieren und kam als 10. und zweitbeste deutsche Teilnehmerin ins Ziel. Auf der Langdistanz über 26,2 Kilometer am Sonntag gelang Lena dann eine sehr überzeugende Leistung. Lena erwischte einen guten Start und konnte Anschluss an die Spitzengruppe halten. Im Verlauf des Rennens löste sich dann das Feld in kleinere Gruppen auf und zog sich weit auseinander. Siegerin wurde die mehrfache Weltmeisterin aus Ungarn Wanda Kiszly. Nach der ihr folgenden Dreiergruppe mit den Däninnen Pernille Hostrup, Anne-Sofie Winther und der Französin Amelie Kessler erkämpfte sich Lena einen hervorragenden fünften Platz mit einer Zeit von 2:06:16 Stunden und knapp 4 Minuten Rückstand auf die Siegerin.

Lena hat sich damit auf der Langdistanz direkt für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Bei diesen wird es dann nicht nur um Titel und Medaillen gehen, sondern auch um die Quotenplätze für die World Games im Sommer 2022 in Birmingham, Alabama/USA. Die World Games sind eine internationale Multisport-Veranstaltung mit Sportarten, die zwar olympische Anerkennung haben, aber nicht Bestandteil des Wettkampf-Programms der Olympischen Spiele sind. Sie werden alle vier Jahre an wechselnden Orten ausgetragen, jeweils im Jahr nach den Olympischen Sommerspielen.

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