Bendix Hennies paddelt zur Weltspitze

Anfang Oktober 2021 trafen sich die jeweils besten Langstrecken-Kanuten aus 36 Nationen in Bascov/Rumänien zu den Weltmeisterschaften im Kanumarathon. Der AdW-Sportler Bendix Hennies ging im Abstand von 24 Stunden gleich zweimal auf die 22,6 km lange Strecke. Er konnte insbesondere zusammen mit seinem Partner Hanno Wortmann aus dem Saarland mit Platz 7 im Kajak-Zweier zeigen, dass er in dieser Disziplin des Kanusports bei den Junioren zu Weltspitze gehört.

Bendix hatte sich über Monate mit besonders intensiven und langen Trainingseinheiten auf die Weltmeisterschaften vorbereitet. Da die Abteilung Wassersport des BSV AdW e.V. selbst keinen Kanutrainer hat, ist Bendix Klaus Gieres vom Kanu Club Dillingen, dem Trainer seines Zweierpartners Hanno Wortmann, besonders dankbar, dass er ihn mit Tipps und Trainingsplänen aus der Ferne unterstützt hat. Da Kanumarathon-Rennsport nicht zu olympischen Disziplinen des Kanusports zählt, fand Bendix durch den Landeskanuverband Berlin und den Kanu-Bundesstützpunkt Grünau, wo er bis zu den deutschen Meisterschaften trainiert hatte, keine Unterstützung und war beim Vorbereitungstraining auf sich allein gestellt. Ein kurzes gemeinsames Training, zwei Wochen vor dem Wettkampf mit seinem Zweierpartner Hanno und Klaus Gieres bei den erfahrensten deutschen Marathon-Kanuten, Niko und Marcel Paufler in Bremen musste genügen.

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Als angehender Abiturient versuchte Bendix, den schulischen Ausfall so gering wie möglich zu halten und begann die Flugreise nach Rumänien erst am Mittwoch vor den Wettkämpfen der Junioren, die für Samstag, den 2. Oktober und Sonntag, den 3. Oktober 2021 angesetzt waren. Zuvor musste er sich jedoch, obwohl zweimal geimpft, noch einen Corona-PCR-Test unterziehen. Rumänien empfing die Kanumarathon-Sportler aus aller Welt. mit einer ausgezeichneten Organisation. Die Wettkampf-Strecke auf einem Stausee des Flusses Arges, oberhalb von Pitesti in der Walachei bot beste Bedingungen. Die Sportler waren zentral in der Innenstadt in einem Hotel untergebracht und wurden umfassend durch den Ressort-Leiter Jan Reger des Deutschen Kanuverbandes und die Organisatoren betreut. Den Donnerstag und den Freitag konnte Bendix zusammen mit seinem Zweierpartner Hanno zur Vorbereitung nutzen. Am Sonnabend früh ging es dann im Morgennebel bei frostigen Temperaturen endlich los. Da das Rennen bereits um 8.15 Uhr angesetzt war, machten sich Bendix und Hanno bereits um 6.00 Uhr früh bei Dunkelheit auf dem Weg zur Regattastrecke um sich bei Sonnenaufgang einzufahren.

Insgesamt gingen beim Kajak-Einer-Rennen der Junioren 35 Sportler aus 21 Nationen zugleich an den Start. Die 22,6 km Stecke verteilte sich auf 6 große und eine kleine Runde, zwischen denen jeweils eine ca. 200m lange Laufstrecke (Portage) zu absolvieren war. Die Startaufstellung war sehr eng. Im folgenden Start konnten sich deshalb zunächst die sprintstarken Sportler an die Spitze setzen. Nach rund 15 Minuten hatten sich aber auch Bendix und Hanno in einer aus zehn Booten bestehenden Führungsgruppe etabliert und konnten sogar zeitweise die Führung übernehmen. Ständige Führungs- und Positionswechsel in der Gruppe bestimmten das Rennen. Bei der vierten Portage und fünften Portage fiel Bendix jedoch jeweils hinter die Spitzengruppe zurück. Den Rückstand konnte er nach der vierten Portage noch aufholen, was ihm in der Schlussrunde jedoch nicht mehr gelang. Er kam schließlich als 13. mit rund zwei Minuten Rückstand auf die siegreichen ungarischen Boote ins Ziel. Dritter wurde ein Argentinier.

Das Rennen kann auf Youtube angeschaut werden.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, ging dann Bendix zusammen mit Hanno, der im K1 den 9. Platz erreicht hatte, im Kajak-Zweier an den Start. Das Starterfeld bestand aus insgesamt 25 Booten aus 13 Nationen, darunter wieder die starken Boote aus Ungarn, Argentinien, Dänemark und Südafrika, die bereits das Einer-Rennen dominiert hatten. Im zweiten deutschen Boot war der AdW-Sportler Arne Kraus zusammen mit seinem Zweierpartner Max Götzl aus Cottbus am Start.

Vom Start weg bildete sich eine Führungsgruppe, die sich über die gesamte 22,6 km-Distanz hielt. Bendix und Hanno waren zunächst zusammen mit den Ungarn, Argentiniern, Südafrikanern und Dänen und Italienern in der Führungsgruppe. Sie fielen dann aber zurück und konnten in den letzten zwei Runden zusammen mit den Briten durch kontinuierliches Tempomachen den Rückstand zur Führungsgrüppe den Rückstand wieder aufholen. Der Kommentar beim Zieleinlauf von Bendix und Hanno war eindeutig: „Those Germans did a great Job over the last two laps. They brought other Crews up to the front group.“ Sie erreichten einen siebten Platz, noch vor den Südafrikanern und dem zweiten dänischen Boot, nur 36 Sekunden hinter den siegreichen Ungarn mit einer Gesamtzeit von 1:35:42 Stunden. Die besondere Härte des Rennens wurde dadurch deutlich, dass drei Boote das Ziel nicht erreichten, darunter auch leider Arne und Max.

Das Rennen kann auf Youtube angeschaut werden.

Alle Beobachter waren sich einig, dass Bendix und Hanno mit Ihrer Leistung unter Beweis gestellt haben, dass sie im K2 in dieser Disziplin zur Weltspitze gehören. „Mit ein wenig mehr gemeinsamen Training, insbesondere der Technik bei den Portagen, wäre für dieses Boot vielleicht sogar eine Medaille möglich gewesen,“ meinte Klaus Gieres, der selbst einige Tage zuvor bei den Masters im K2 Gold und im K1 Silber gewonnen hatte.

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